Proviande
finkenhubelweg 11Postfach3001 Bern
Tel: +41 (0)31 309 41 11Fax: +41 (0)31/388 41 99info@proviande.ch

«Wichtig ist eine optimale Vorbereitung!»

Expertin Angela Tauro zum Bewerbungsgespräch: «Wichtig ist eine optimale Vorbereitung!»

Das Bewerbungsgespräch ist ein Moment, der deine Karriere beeinflusst. Wir haben Angela Tauro, Personalchefin beim grossen Schweizer Gastrobetrieb ZFV-Unternehmungen, nach ihren wichtigsten Tipps für junge Köche gefragt. Die ZFV Unternehmungen führen insgesamt 115 Betriebe, darunter Hotels, Restaurants, Gemeinschaftsgastronomien, Bäckereien und Event-Caterings.

Frau Tauro, wie viele Köche pro Jahr stellen die ZVF-Unternehmungen für ihre zahlreichen Betriebe ein?

Durchschnittlich stellen wir jährlich 50 Köche neu ein.  

Messen Sie die Fluktuation im Bereich Küche?

Nein. Unsere Fluktuationsstatistiken beziehen sich auf das gesamte Unternehmen oder einen einzelnen Betrieb, nicht auf eine Abteilung bzw. auf einen Bereich.  

Wie viele Küchenchefs haben die ZFV-Unternehmungen? Wie viel Küchenpersonal beschäftigen Sie insgesamt?

Wir beschäftigen 40 Küchenchefs und insgesamt 423 Mitarbeitende (Köche, Küchen-Mitarbeitende etc.)  

Wie alt ist Ihr jüngster Küchenchef?

Er hat Jahrgang 84.  

Was muss ein Koch bei den ZFV-Unternehmungen besonders gut können?

Eine ausgewiesene Berufsausbildung sowie berufsspezifische Aus- und Weiterbildung bilden die Basis im Rekrutierungsprozess. Auf dem Arbeitsmarkt nehmen aber Anforderungen, die über das fachliche Wissen und Können hinausgehen, zu. Insbesondere hinsichtlich der Selbstkompetenz (Eigenverantwortung, Leistungsorientierung, Belastbarkeit, vernetztes Denken und Handeln) sowie der Sozialkompetenz (Einfühlungsvermögen, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit, Team- und Integrationsfähigkeit) steigen die Anforderungen.   

Wie kann man sich als junger Koch professionell und gesund ehrgeizig vorstellen, ohne übereifrig oder naiv zu wirken?

Grundsätzlich ist bereits am Dossier erkennbar, wie sorgfältig der Bewerber dieses bearbeitet hat. Es kommt immer wieder vor, dass die Bewerbungsunterlagen nicht chronologisch zusammengestellt worden sind oder Unterlagen fehlen. Sehr prekär ist jedoch, wenn die Bewerbungsunterlagen nach Küche oder Rauch riechen. Dies spricht nicht für den Bewerber. Immer wieder machen wir auch die Erfahrung, dass sich die Bewerber nicht auf das Vorstellungsgespräch vorbereitet und sich vorgängig nicht über das Unternehmen bzw. den Betrieb informiert haben. Auch ein gepflegter Auftritt ist zwingend.  

Und was empfehlen Sie einem jungen Koch, der gegenüber seinem möglichen zukünftigen Arbeitgeber kein gutes Gefühl hat, zum Beispiel weil dieser sich selbst nicht an gewisse Umgangsregeln hält?

Sollte sich das bereits im Vorstellungsgespräch herausstellen, dann ist es empfehlenswert, die Stelle nicht anzunehmen.  

Wie ist die Ausbildungsqualität in der Schweiz aus Ihrer Sicht?

Wir sind sehr zufrieden mit der Ausbildung!  

Wenn es um den Preis für ein Gericht geht und es wegen des Einsatzes von Schweizer Fleisch teurer wird als mit einem ausländischen Produkt: Wozu würden Sie einem Küchenchef raten?

Zum Schweizer Fleisch, zumal die Qualität der Gerichte erste Priorität haben sollte. Das ist aber meine subjektive Wahrnehmung und spricht selbstverständlich nicht gegen ausländische Produkte.