
Fabian Inderbitzin ist ein Karriere-Turbo. 2001 hat er seine Lehrabschlussprüfung als Koch bestanden, danach absolvierte er die Ausbildung zum Küchenchef. Bereits dieses Jahr wurde er vom «Gault Millau» zur Deutschschweizer Entdeckung des Jahres gekürt – stolze 15 Punkte hat er im Restaurant Kastanienbaum erhalten, zwei mehr als im Jahr davor.
Fabian Inderbitzin, als Sie vor sieben Jahren Ihre Lehre beendeten, war es Ihr Ziel, Gault-Millau-Entdeckung des Jahres zu werden?
Natürlich nicht, aber ich hatte mir schon damals hohe Ziele gesteckt. Dass dann alles so schnell gegangen ist, habe ich unter anderem dem Zufall zu verdanken. Niemand konnte beispielsweise damit rechnen, dass mein vormaliger Küchenchef Karim Madhour ein richtig verlockendes Angebot erhalten und ich seinen Posten erben würde.
An der Gault-Millau-Preisverleihung haben Sie all die Kochstars wie Petermann und Caminada kennengelernt. Wie war das?
Anfangs war ich ziemlich gehemmt. Denn ich kannte alle, aber niemand kannte mich. Trotzdem war es ein schönes Erlebnis und die Stimmung war ausgesprochen freundlich.
Gehen wir nochmals ein paar Jahre zurück: Wie wichtig war die Lehre für Sie? Brauchen Sie noch alles, was Sie damals gelernt haben?
Ich hatte eine sehr gute Lehrstelle im Hotel Rigiblick in Lauerz bei Toni Schmidig. Dort kamen Gourmetgerichte ebenso auf den Tisch wie Gutbürgerliches. Wir Lehrlinge durften einiges ausprobieren, unser Berufsstolz wurde gestärkt, und stets ist mit hervorragend frischen Produkten gearbeitet worden: Die Fische wurden lebendig angeliefert und kamen bei uns bis zum Gebrauch ins Bassin. Ich habe bis heute nicht das Gefühl, ich hätte dort zu viel gelernt.
Bilden Sie selbst Lehrlinge aus?
Bei uns im Kastanienbaum sind zwei Lehrlinge im Team. Einer hat gerade erfolgreich abgeschlossen und wird diesen Sommer ersetzt, ein anderer ist im dritten Lehrjahr. Beide waren dieses Jahr im Finale beim gusto08.
Und sind Sie denn ein strenger Lehrmeister?
Das kann man sagen. Aber ich glaube, nur so werden die Lehrlinge richtig auf den Berufsalltag vorbereitet. Bei uns dürfen die Jungen dafür relativ früh an einem Posten arbeiten, das ist dann auch Motivation für sie.
Wenn Sie selber Kinder hätten, würden Sie denen erlauben, den Kochberuf zu ergreifen?
Ich würde Ihnen sagen, dass es auch einfachere Möglichkeiten gäbe, sein Geld zu verdienen. Aber wenn jemand zum Koch geboren ist, kann er wohl nichts dagegen machen. Noch immer halte ich meinen Beruf für den schönsten der Welt. Die zahlreichen Entbehrungen, die dazugehören, werden letztendlich ja auch honoriert. Und sogar Karrieremöglichkeiten gibt es.
À propos, hat sich viel bei Ihnen verändert seit Sie vom «Gault Millau» ausgezeichnet wurden?
Ich bin kein Nobody mehr. Es häufen sich die Jobanfragen von anderen Betrieben. Dem Château Gütsch in Luzern, das bald eröffnet, habe ich nun zugesagt.
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