Unsere Nutztierhaltung gilt vielen als Vorbild

Das Wohlergehen und die Würde der Tiere geniessen in der Schweiz einen hohen Stellenwert und sind sogar in unserer Bundesverfassung verankert. Seit 1981 kennt unser Land ein umfassendes Tierschutzgesetz. Dessen revidierte Version ist seit 2008 in Kraft. Es gilt als eines der strengsten Tierschutzgesetze der Welt und geniesst international Vorbildcharakter. Gesetz und Verordnung regeln nicht nur Tierhaltung und -pflege, sondern auch Anforderungen an Aus- und Weiterbildung der Tierhalter. Entsprechend positiv hebt sich unsere Tierhaltung in vielen Belangen von derjenigen im Ausland ab.

Bäuerliche Betriebe mit moderaten Tierbeständen

Die Nutztierhaltung ist ein wichtiger Teil unserer bäuerlich strukturierten Landwirtschaft. Unsere Tiere werden verantwortungsbewusst gehalten und gepflegt. Sie leben meist in überschaubaren Herden auf familiär geführten Höfen und Betrieben und erhalten genügend Platz und Auslauf. Im Ausland ist oftmals eine industrielle Tierhaltung mit beispielsweise Zehntausenden von Schweinen oder Hunderttausenden von Hühnern pro Betrieb erlaubt. In der bäuerlich geprägten Nutztierhaltung der Schweiz ist die naturnahe und tierfreundliche Haltung typisch und traditionellerweise ein bedeutendes Qualitätsmerkmal von Schweizer Fleisch.

«In der Schweiz sind moderate Tierbestände pro Hof üblich. Beim Rindvieh teilen mehr als die Hälfte der Tiere ihr Zuhause mit weniger als 50 Artgenossen und rund ein Drittel aller Schweinehalter hält noch immer weniger als 50 Schweine auf ihrem Betrieb.»

Thomas Jäggi, Schweizer Bauernverband, Stv. Leiter Geschäftsbereich Viehwirtschaft

Freiwillige Förderprogramme für zusätzliches Tierwohl

Viele unserer Nutztiere profitieren zudem von staatlichen Programmen oder privaten Labels. Diese fördern mit finanziellen Anreizen über die gesetzlichen Vorschriften hinaus eine besonders tierfreundliche und artgerechte Tierhaltung. «Besonders tierfreundliche Stallhaltungssysteme» (BTS) und «Regelmässiger Auslauf im Freien» (RAUS) sind freiwillige staatliche Anreizprogramme, an denen 53,5 (BTS) und sogar 83,7 Prozent (RAUS) aller Landwirtschaftsbetriebe teilnehmen. 55,6 Prozent aller Schweizer Nutztiere profitieren von BTS, beim Geflügel sind es gar 91 Prozent. RAUS ermöglicht 75,3 Prozent unserer Tiere bzw. 81 Prozent aller Kühe und Rinder regelmässigen Auslauf im Freien.

Schutz vor unnötigem Leiden

Das international vorbildliche Schweizer Tierschutzgesetz schützt das Wohlergehen und die Würde unserer Tiere. Keinem Tier darf ungerechtfertigt Schmerz, Leid oder Schaden zugefügt werden. Die allermeisten schmerzhaften Eingriffe sind in der Schweiz verboten, so zum Beispiel das Coupieren von Schnabel oder Schwanz. Andere Eingriffe, wie Kastrationen an Ferkeln, dürfen nur unter Schmerzausschaltung erfolgen.

Strengste Tiertransportvorschriften

Die international strengsten Vorschriften kennt die Schweiz beim Tiertransport. Diese stellen klare Anforderungen an Transportmittel, Platzbedarf, den Umgang mit den Tieren vor und während des Transports sowie an die Ausbildung des Transportpersonals. Die Transportdauer ist für alle Tiere auf acht, die Fahrzeit gar auf sechs Stunden beschränkt. Diese Zeiten werden aufgrund der kurzen Distanzen in unserem Land in der Regel sogar deutlich unterschritten. Die EU erlaubt dagegen je nach Tierart Transportzeiten bis zu 24 Stunden.

Download BroschüreTierschutzgesetz (TSchG)Tierschutzverordnung (TSchV)Höchstbestandesverordnung (HBV)Zurück zur Übersicht