Wieso die Schweiz sicher «isst»

Sicherheit entlang der ganzen Lebensmittelkette ist keine Selbstverständlichkeit. Obwohl sich international Tierseuchen ausbreiten und auch hierzulande vereinzelte Krankheitsfälle auftauchen, ist die Schweiz dank einer weitsichtigen Tiergesundheitsstrategie frei von hochansteckenden Tierseuchen. Proviande informiert in Zusammenarbeit mit dem neu formierten Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen, wie Behörden und Produzenten Risiken antizipieren und mit gemeinsamen Anstrengungen sichere Fleischprodukte garantieren.

Umgang mit Risikofaktoren in der Fleischwirtschaft

Die Schweizer Fleischwirtschaft investiert in ihrem eigenen Interesse viel in die Lebensmittelsicherheit. Diese wird im Sinne einer Prozesskontrolle vom Stall bis auf den Teller überwacht und kontrolliert. Dank gemeinsamen Anstrengungen von Behörden und Produzenten, koordinierten Massnahmen und einer konsequenten Rückverfolgbarkeit auf allen Stufen wird hierzulande für ein höchstmögliches Mass an Sicherheit gesorgt. Das zahlt sich aus. «Sicherheit ist die Voraussetzung für eine nachhaltige und wirtschaftliche Produktion. Negativmeldungen aus der Produktion oder sich ausbreitende Tierseuchen untergraben nicht nur das Vertrauen der Konsumenten, sie haben auch erhebliche wirtschaftliche Schäden zur Folge», sagt Peter Christen, ehemaliger Leiter Klassifizierung und Märkte bei Proviande.

Weitsichtige Tiergesundheitsstrategie

Wichtigste Voraussetzung für sichere Fleischprodukte sind gesunde Tiere. Die Schweiz weist in diesem Bereich ein besonders hohes Niveau auf. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV ist auf Stufe Bund federführend und operiert entlang verschiedener strategischer Pfeiler wie Prävention, Umsetzung und Überwachung. Der intensive internationale Tier- und Warenverkehr und die veränderten klimatischen Bedingungen stellen das Amt vor neue Herausforderungen. Ein Schwergewicht liegt derzeit auf der sich in Osteuropa grassierend ausbreitenden Afrikanischen Schweinepest, welche kritisch überwacht und präventiv begleitet werden muss.

Daneben bekämpft das BLV zusammen mit den kantonalen Behörden einzeln auftretende Tierkrankheiten und sorgt dafür, dass diese nicht zurückkehren. Die Massnahmen zeigen Wirkung: «Trotz Einzelereignissen wie den Rindertuberkulose-Fällen ist die Schweiz anerkannt frei von hochansteckenden Tierseuchen. Das ist der Verdienst der Beteiligten entlang der ganzen Lebensmittelkette. Die Landwirte nehmen dabei eine wichtige Rolle ein, indem sie mit einer artgerechten Haltung und Fütterung haltungsbedingte Krankheiten vermeiden und die Abwehrkräfte der Tiere stärken», betont Lukas Perler, Leiter Fachbereich Krisenvorsorge und Tierseuchenbekämpfung des BLV.

Tierverkehrskontrollen erlauben lückenlose Rückverfolgung

Der Gesundheitszustand der Nutztiere wird in der Schweiz laufend erfasst, dokumentiert und mit risikogewichteten Stichproben von Amtstierärzten kontrolliert. Die Tierverkehrskontrolle gilt für alle in der Schweiz gehaltenen Klauentiere und Pferde. Alle betroffenen Betriebe und Tierbestände werden erfasst und jedes Tier wird von Geburt an mit Ohrmarke oder Chip gekennzeichnet und registriert. Die dadurch ermöglichte Rückverfolgbarkeit auf allen Herstellungs-, Verarbeitungs- und Vertriebsstufen ist ein wesentliches Merkmal der Qualitätskontrolle und sorgt für einen sicheren Herkunftsnachweis der Tiere.

Umfassende Kontrollen und transparente Deklaration

Für die Lebensmittelproduktion gelten strenge Gesetze. Die Tierschlachtung gehört zu den am umfassendsten regulierten Bereichen überhaupt. Die hohen Anforderungen an Personal, Hygiene, Infrastruktur und Gesundheit der Schlachttiere werden von unabhängigen Behörden laufend überwacht und kontrolliert. Die Lebensmittelgesetzgebung definiert zudem klar, welche Angaben bei Fleisch und Fleischprodukten nötig sind. Die Informationen beinhalten Herkunft, Zusammensetzung, Nährwert, Aufbewahrungsbedingungen und Haltbarkeit der Produkte sowie die Herkunft der Rohstoffe. Dies geschieht mit dem Ziel, den Konsumenten grösstmögliche Transparenz und Sicherheit zu bieten. Die strengen Vorgaben leisten zudem einen wichtigen Beitrag an den Gesundheits- und Täuschungsschutz.

«Die Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten dürfen sich bei Schweizer Fleisch immer auf sichere Produkte von höchster Qualität verlassen», versichert Peter Christen. Für uneingeschränkten Genuss ist aber nicht zuletzt auch der richtige und hygienische Umgang mit Fleisch und Fleischprodukten wichtig.

Links

Gesetzgebung für die Lebensmittelsicherheit und GebrauchsgegenständeZuständigkeiten entlang der LebensmittelketteLebensmittelkontrolle SchweizBundeseinheit für die Lebensmittelkette (BLK)Fleisch-Primärproduktion: Tierhaltung, Fütterung, TiergesundheitLebensmittel tierischer HerkunftOmbudsstelle Fleisch

Downloads

Faktenblatt (pdf, 93 KB) Referat Peter Christen, Proviande, Posieux, 29. Januar 2014 (pdf, 2 MB) Referat Dr. Lukas Perler, BLV, Posieux, 29. Januar 2014 (pdf, 687 KB) Tiergesundheitsstrategie Schweiz 2010+, BLV (pdf, 2 MB) Verordnung über Lebensmittel tierischer Herkunft, EDI, 2014 (pdf, 256 KB) Rückverfolgbarkeit am Beispiel Rindfleisch (pdf, 251 KB) Umgang mit rohem Fleisch, BLV (pdf, 1 MB) Hygieneregeln bei der Zubereitung von Fondue Chinoise, BLV (pdf, 37 KB) Hygiene beim Grillieren, BLV (pdf, 18 KB) Campylobacter, Fleisch und Hygiene (pdf, 629 KB) Tiefkühltabelle für Fleisch (pdf, 79 KB)