Der grosse Grilltest

Die Grillsaison ist gestartet! Gemeinsam mit einer Expertin haben wir vier spannende Grills auf ihre Gastro-Tauglichkeit getestet.

Der Holzpelletgrill

Gut möglich, dass einige Grillfans ab diesem Gerät erstmal die Nase rümpfen. Völlig zu Unrecht, wie unsere Grillmeisterin beweist.

Das landet auf diesem Grill
Zum Beweis, dass es auch einen bequemen Weg zum perfekten Barbecue gibt, kommt eine ganze Kalbsbrust auf den Rost. Nach vier Stunden indirekter Hitze ist das Stück butterzart, saftig und dezent geräuchert.

Der Unkomplizierte
«Beim Holzpelletgrill entstehen Raucharomen, wie wenn ich tatsächlich mit einem Holzkohlegrill arbeiten würde, und er lässt sich so einfach bedienen wie ein Gasgrill», so unsere Grillmeisterin Silvia Seiler. Einmal an den Strom gehängt, entzündet dieses Gerät laufend Holzpellets, die in eine kleine Box an der Seite des Grills gegeben werden. Ein Gebläse transportiert die entstehende Hitze und den Rauch in die Garkammer. Das Prinzip: Grillieren mit Rauch und indirekter Hitze. Temperatur und Garzeit lassen sich ganz einfach digital steuern. Ist das Fleisch gar, schaltet das Gerät automatisch in den Warmhaltemodus.

Fazit der Grillmeisterin
«Dieses Gerät ist besonders interessant für die Gastronomie, da man mit ihm weder ständig am Rost stehen noch auf echte Raucharomen und grosse Fleischstücke verzichten muss.»

Der Wassergrill

Mit Kohle, Holz und Rauch geht’s hier zur Sache. Und obwohl dieses Gerät leicht und handlich ist, unterschätzen sollte man den Wassergrill auf keinen Fall!

Das landet auf diesem Grill
An einem Schweinsrack führt Silvia Seiler vor, wozu der Wassergrill imstande ist. Im Laufe von vier Stunden perfektioniert sie das Fleischstück bei ca. 100–120 °C indirekter Hitze im Rauch.

Der Vielschichtige
Dieses Gerät funktioniert nach dem Prinzip Garen im Rauch bei indirekter Hitze. Dabei liegt ein Stück Fleisch über längere Zeit und bei Temperaturen zwischen 90 und 120 °C auf dem Rost. Ganz unten im Wassergrill befindet sich glühende Holzkohle, darüber hängt ein Wasserbecken und dann kommt der Rost. Das verdampfende Wasser sorgt dafür, dass das Gargut auch nach mehreren Stunden nicht austrocknet. «Mit diesem relativ günstigen und vor allem handlichen Grill sind Texturen und Aromen möglich, die mit jedem professionellen Smoker mithalten können», so Silvia Seiler.

Fazit der Grillmeisterin
«Die Möglichkeiten, in diesem Gerät Fleisch zuzubereiten, sind fast grenzenlos. Vor allem experimentierfreudige Niedergar-Fans werden hier voll auf ihre Kosten kommen.»

Der Keramikgrill

Der Grill der Superlative: Er ist extrem schwer, wird extrem heiss, ist extrem vielseitig und macht extrem viel Spass!

Das landet auf diesem Grill
Ein spektakulärer Grill braucht spektakuläres Fleisch. Seiler bringt «Rindshuftsteak wie gewachsen». Das heisst: Huftdeckel, schmale Huft und breite Huft kommen vereint als extrem schmackhaftes Stück daher.

Das Schwergewicht
Auf diesem Grill zelebriert unsere Grillmeisterin die Kerndisziplin des Grillierens: das Kurzbraten. Ein dickes Rindshuftsteak landet bei 400 °C auf dem Rost und bekommt, professionell betreut, innerhalb von zehn Minuten die perfekten Grillstreifen und die perfekte Garstufe verpasst. «Wegen der grossen Hitze macht Kurzbraten auf dem Keramikgrill besonders Spass. Umso mehr als ich – dank der Hitzespeicherkapazität des Geräts – fast einen ganzen Tag lang kurzbraten könnte, ohne gross nachheizen zu müssen», schwärmt Silvia Seiler.

Das Fazit der Grillmeisterin
«Auch ein Keramikgrill ist extrem vielseitig. Abgesehen vom Kurz- braten lässt sich damit auch Schmoren, Räuchern und Backen. Für die Gastronomie spannend, sind kleine Ausgaben dieser Grills, die indoor gebraucht werden.»

Der Gasgrill

Auch dem Gasgrill kann Grillmeisterin Silvia Seiler einiges abgewinnen und räumt dabei gleich noch mit einem grossen Missverständnis auf.

Das landet auf diesem Grill
Von den Qualitäten des Gasgrills überzeugt uns Silvia Seiler mit einem ganzen Poulet, das sie nach einer Stunde saftig, goldbraun und kross unter der Haube hervorzieht.

Der Zuverlässige
Silvia Seiler sprich gleich Klartext: «Mit einem Gasgrill ist man vor allem eins: unabhängig! Man braucht keinen Strom und es entwickelt sich kein störender Rauch beim Einheizen. Auch ist der Grill innerhalb von wenigen Minuten einsatzbereit.» Und wie ist das mit dem Grillaroma auf dem Gasgrill? «Typisches Grillaroma entsteht durch die grosse Kontakthitze, dort wo das Grillgut auf den Rost trifft. Das passiert auch auf einem Gasgrill.» Aus all diesen Gründen arbeitet Seiler sehr gern mit dem Gasgrill. Neben allerlei Fleischigem landet bei ihr – von Pizza über Gratin bis zum Dessert – so ziemlich alles auf dem Gasgrill-Rost.

Fazit der Grillmeisterin
«Schnell einsatzbereit, einfach in der Handhabung und rauchlos – das sind die drei guten Gründe, auch in der Gastronomie auf den guten alten Gasgrill zu setzen.»

Die Grillmeisterin Silvia Seiler. Ihre Grillsaison beginnt am 1. Januar und endet am 31. Dezember. Unter dem Label «Fire & Smoke» gibt sie Grillkurse und ist als Beraterin für Gastronomie, Grillhersteller und Private unterwegs.