2010: Daniela Manser

Immer wieder machen junge Köchinnen und Köche aus der Schweiz die ganze Branche stolz. So zum Beispiel die ebenso begabte wie fleissige Daniela Manser, über deren Höchstleistungen sich auch «La Cuisine des Jeunes» freut – ein kurzes Porträt lesen Sie hier.

Daniela Manser: Am Herd ist sie Miss Schweiz

Manche mögen vom Titel der Schweizer Schönheitskönigin träumen. Es gibt aber auch junge Leute, die mehr leisten möchten, als an Eröffnungen von Schuhgeschäften in die Kamera zu lächeln. Daniela Manser, 22, jugendlich und durch und durch schweizerisch wirkend, ist ganz klar eine Persönlichkeit mit Lust auf mehr. Die ehrgeizige junge Appenzellerin stieg nach Abschluss ihrer Lehre als Servicefachfrau in eine zweite Ausbildung als Köchin ein und rasch auf. So rasch, dass die ganze Schweizer Gastro-Branche Danielas weiteren Lebensweg mit wachem Blick begleiten wird.

Erste Station der zweiten Karriere war die Kochlehre bei Käthi Fässler, Küchenchefin vom Hof Weissbad, wo Daniela Manser schon ihre Servicefach-Lehre gemacht hat. Das Weissbad ist eines der bestgebuchten Hotels der Schweiz und gehört im anspruchsvollen Hotelland Schweiz zur Spitzenklasse. Entsprechend zeigte sich Käthi Fässler, vom Gastroführer Gault Millau zur «Köchin des Jahres 2009» gewählt, als Lehrmeisterin auf der Höhe ihres Könnens und brachte die besten Seiten von Daniela Mansers Persönlichkeit zum Tragen: Den Willen zur Perfektion und die Lust am überdurchschnittlichen Einsatz. Und die Fähigkeit, trotz einigem Rummel um die eigene Person auf dem Boden zu bleiben: Gemäss einer Geschichte über Daniela Manser im «Migros Magazin», hat sie es am liebsten, wenn jemand für sie kocht – und zwar Spaghetti.

Wettbewerbe und Erfolge ohne Ende

Dank ihrem Talent und ihrem Fleiss gewann Daniela Manser 2007 den nationalen Lehrlings-Kochwettbewerb «Gusto» und den «European Cooking Cup». Es folgte 2008 der Titel der Schweizer Meisterin der Junioren, der sie zur Teilnahme an den internationalen Berufsweltmeisterschaften qualifizierte. Und schon bald darauf die Teilnahme an den «International Chef Days» in Davos – diese Versammlung von Küchenchefs aus der ganzen Welt gilt als hochkarätig und ist für Köche mit einer Ambition auf eine globale Karriere von Bedeutung als Schaufenster. Natürlich gewann Daniela Manser im Rahmen dieser Veranstaltung den «New Talent»-Award, gesponsert von «Schweizer Fleisch». Im September 2009 folgte die Teilnahme an den internationalen Berufs-Meisterschaften «World Skills 2009» im kanadischen Calgary – ein beinharter Wettbewerb mit zwei Einsätzen an zu neun Stunden nonstop.

Zukunftspläne in Arbeit

In Calgary gabs keinen Medaillenrang, aber immerhin ein Diplom, und weitere wertvolle Kontakte zu knüpfen. Daniela Manser: «Warum wir nicht gewonnen haben? Ehrlich gesagt, ich weiss es nicht genau!» Die Bewertungen seien überaus komplex gewesen und den Siegern habe sicher auch das Glück geholfen. Der Einsatz an einem Kochwettbewerb und die Arbeit in der Restaurantküche seien übrigens zwei ganz verschiedene Dinge: «Für mich macht die Abwechslung den Reiz aus. An den Wettbewerben sind Kreativität, Schnelligkeit, Sauberkeit und Präzision gefragt, die im Alltag so nicht umsetzbar sind, auch wenn natürlich die Qualität genauso stimmen muss.» A propos Qualität: Vor einiger Zeit war Daniela Manser in England bei einer Familie zu Gast. Dort fiel ihr auf, dass viel Fleisch, meist Lammgigot oder Ente, aus dem Tiefkühler kam und in der Qualität mit Schweizer Produkten nicht wirklich vergleichbar war … «ich persönlich bevorzuge Schweizer Fleisch», meint der Nachwuchs-Kochstar.

Was Daniela Manser wohl in Zukunft noch erreichen wird? An einem längeren Einsatz im Ausland ist ihr nicht besonders viel gelegen: «Ich bin in der Schweiz sehr verwurzelt und könnte mir ein Auslandjahr im Moment nicht vorstellen.» Und ob sie jemals Küchenchefin werden wolle? Daniela Manser meint lächelnd: «Hm, ich weiss nicht recht – vielleicht zuhause! Aber sicher werde ich weiter mit viel Freude lernen und kochen.» Als zähe und innovative Köchin wird Daniela Manser auch weiterhin ein grossartiges Aushängeschild für die Schweizer Küche sein – und ein Vorbild für alle jungen Köche, die den Ehrgeiz haben, etwas mehr zu leisten.