So funktioniert die Schweizer Kälbermast

Die Schweiz ist nicht nur berühmt für ihre atemberaubende Landschaft und ihre Berge, sondern auch für ihre zahlreichen Käse- und Schokoladespezialitäten. Um diese wertvollen Produkte herzustellen, braucht es viel Milch – und damit unsere Kühe Milch geben, braucht es Kälber. Und so entsteht ein nachhaltiger Kreislauf, bei dem Milch- und Fleischproduktion eng zusammenarbeiten.

Die Milchkuh

Jedes Jahr produzieren in der Schweiz rund 23’500 Milchproduzenten mit 550’000 Milchkühen gut 3,47 Millionen Tonnen Milch. Damit eine Kuh Milch gibt, muss sie pro Jahr ein Kalb zur Welt bringen. Ihr erstes Kalb gebärt sie im Alter von 2–3 Jahren.

Das Kalb

Kälber, die sich nicht für die Milchproduktion eignen, werden für die Fleischproduktion gemästet – jährlich sind dies in der Schweiz etwas weniger als 300’000 Kälber. Im Alter von vier bis maximal sechs Monaten werden die Kälber geschlachtet. Insgesamt stammen 98% des Schweizer Kalbfleischs aus Betrieben, die Milch als Nahrungsmittel für den Menschen produzieren, und sind damit ein sogenanntes Koppelprodukt.

Das Rind

Die meisten Rinder stammen aus Schweizer Familienbetrieben. Diese halten im Durchschnitt 35 Tiere. Von den insgesamt 450’000 Rindviehhaltern besitzen lediglich 3% mehr als 100 Tiere. Im Durchschnitt konsumieren Herr und Frau Schweizer ca. 11,5 kg Rindfleisch und 3 kg Kalbfleisch pro Jahr.

Das strenge Schweizer Tierschutzgesetz sorgt dafür, dass sowohl die Milchkühe als auch die Kälber und Rinder möglichst artgerecht gehalten werden. Im Bereich der Kälbermast schreibt es etwa vor, dass die Tiere neben der Fütterung mit Milch auch freien Zugang zu Wasser und Raufutter haben, dass die Kälber in Gruppen gehalten und die Stallungen mit Stroh eingestreut werden müssen. Viele Rindermastbetriebe beteiligen sich ausserdem an freiwilligen Programmen wie «Besonders tierfreundliche Stallungssysteme» (BTS) und «Regelmässiger Auslauf im Freien» (RAUS).

Download: Zyklus der Milchproduktion