28.03.2018  •  Statistik  •  Medienmitteilungen

Fleischkonsum 2017 in der Schweiz

Im vergangenen Jahr konsumierten die Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz durchschnittlich je 50 kg Fleisch und Fleischprodukte. Das ist zwar weniger als im Vorjahr, eine aktuelle Umfrage zeigt jedoch, dass Fleisch – insbesondere Fleisch aus der Schweiz – in der Bevölkerung nach wie vor einen hohen Stellenwert geniesst. Vier Fünftel des gesamten Fleischkonsums stammen aus einheimischer Produktion.

2017 konsumierte die Schweiz insgesamt 427‘067 t Fleisch und Fleischprodukte (Verkaufsgewicht, ohne Fische und Krustentiere). Das sind 1,1% weniger als im Vorjahr. Umgerechnet auf die Wohnbevölkerung genoss jede in der Schweiz wohnhafte Person im Durchschnitt 50,01 kg Fleisch (-1,9%). In dieser Berechnung nicht berücksichtigt wurde allerdings unter anderem der Konsum aus Fleischeinkäufen im grenznahen Ausland (2015: geschätzte 481 Mio. Euro).

Als Teil einer ausgewogenen Ernährung ist Fleisch bei den Schweizerinnen und Schweizern nach wie vor beliebt. Gemäss einer repräsentativen Befragung im Januar 2018 in der Deutsch- und Westschweiz konsumieren mehr als vier Fünftel aller Befragten mindestens 2-4 Mal wöchentlich Frischfleisch. Allerdings haben sich in den letzten Jahren die Einkaufs- und Konsumgewohnheiten stark verändert. Während früher ein genussvolles Essen ohne Fleisch kaum denkbar war («Alles andere ist Beilage.»), steht den Konsumenten heute sowohl im Detailhandel wie auch in der Gastronomie ein wesentlich breiteres Angebot an Substitutionsprodukten zur Auswahl zur Verfügung.

Fast zur Hälfte Schweinefleisch

Den ersten Rang auf der Beliebtheitsskala belegte nach wie vor das Schweinefleisch mit einem Anteil von über 44% am gesamten Fleischkonsum (22,2 kg/Kopf, Verkaufsgewicht), gefolgt vom Geflügel (11,8 kg) und vom Rindfleisch (11,0 kg). Erneut wurde jedoch deutlich weniger Kalbfleisch gegessen, mengenmässig allerdings auf tiefem Niveau. Der Pro-Kopf-Konsum betrug bei diesem Premiumprodukt 2017 noch 2,6 kg, 5,5% weniger als im Vorjahr.
Ausser beim Wild und beim Ziegenfleisch gingen die insgesamt konsumierten Mengen bei allen Fleischarten leicht zurück, allerdings bei einem nochmals um 0,2% höheren Inlandanteil. Gut vier Fünftel von allem Fleisch, das in der Schweiz 2017 gegessen wurde, stammten aus einheimischer Produktion.

Schweizer Fleisch – nach wie vor am beliebtesten

2017 wurden in der Schweiz insgesamt 344‘893 t verkaufsfertiges Fleisch produziert, 3‘170 t weniger als im Vorjahr. Dabei verzeichnete das Rindfleisch mit einem Minus von über 2‘000 t den grössten Rückgang. Das Schweinefleisch blieb mit einer Inlandproduktion von knapp 182‘500 t ungefähr auf dem Vorjahresniveau und vom Geflügel wurde mit 58‘475 t sogar um 0,4% mehr Fleisch produziert als im Vorjahr.

Infolge der gegenüber 2016 leicht gesunkenen Fleischimporte bei gleichzeitig gestiegenen Exporten nahm der Inlandanteil am konsumierten Fleisch ausser bei der Rindergattung bei allen relevanten Tierarten zu, beispielsweise beim Geflügel nochmals um 0,9%. Damit stieg der Inlandanteil bei dieser Fleischsorte seit 2008 insgesamt um nahezu 10%.

Der Aussenhandel

In der Schweiz sind viele Ressourcen nur in ungenügender Menge vorhanden, insbesondere die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen. Nur ein Drittel der Schweizer Fläche steht der Landwirtschaft zur Verfügung, davon eignet sich wiederum nur ein Drittel für den Ackerbau. Um die Nachfrage nach Fleisch zu decken, sind Importe deshalb unerlässlich.

Insgesamt gingen die Fleischeinfuhren gegenüber 2016 um 1% zurück. Von Geflügel, Schaf- und Rindfleisch mussten jedoch auch 2017 ziemlich grosse Mengen importiert werden. Insbesondere beim Rindvieh sanken die Geburtenzahlen erneut, weil diverse Betriebe die Milchproduktion einstellten. Der einheimische Rindviehmarkt war vor allem bei den Verarbeitungstieren fast durchwegs unterversorgt.

Im Gegensatz zu den Importen stiegen die Fleischexporte für die menschliche Ernährung auf über 9‘000 t Verkaufsgewicht an (+7,9%). Mengenmässig am stärksten nahmen mit +565 t die Ausfuhren von Schweinefleisch zu, während die Exporte von Rindfleisch mit -222 t die grösste Abnahme verzeichneten.

Exportiert wurde vor allem gesalzenes und getrocknetes Fleisch (3‘646 t). Aber auch «Fleisch frisch, gekühlt, gefroren» und die Fleischzubereitungen machten mit 1‘546 t bzw. 1‘173 t einen wesentlichen Teil aller Fleischexporte aus. 

Das Image von Schweizer Fleisch

Das Marktforschungsinstitut Dichter Research AG führt im Auftrag von Proviande periodisch eine Repräsentativ-Befragung in der deutschen und französischen Schweiz zum Thema Fleisch durch, letztmals im Januar 2018. Von den 94% der Befragten, welche Fleisch konsumieren, wurde das einheimische Fleisch von Schwein, Geflügel, Rind und Kalb praktisch bei allen befragten Eigenschaften positiv bis sehr positiv beurteilt. Für deutlich über die Hälfte ist Schweizer Fleisch heute «von besserer Qualität als früher» und von 95% wurden Rindfleisch, Kalbfleisch und Geflügel als gesund erachtet.

65% sind bereit, beim Einkauf von Schweizer Fleisch einen höheren Preis zu bezahlen, tendenziell öfter in der Deutschschweiz, Männer und die 35-54jährigen Befragten.

Auch das Tierwohl in der Schweiz wurde gegenüber 2012 als «leicht besser» oder mindestens «gleichbleibend» eingeschätzt und im Vergleich zum Tierwohl im Ausland signifikant als «besser» beurteilt.

Kontaktpersonen:

Allgemein, deutsch:
Heinrich Bucher, Direktor
031 309 41 16, Mobile 079 679 51 55
heinrich.bucher@proviande.ch

Allgemein, französisch:
Marcel Portmann, Leiter GB Marketingkommunikation «Schweizer Fleisch»
031 309 41 14, Mobile 079 247 03 52
marcel.portmann@proviande.ch

Statistik:
Mike Schneider, Leiter IT und Statistik
031 309 41 27
mike.schneider@proviande.ch

Downloads und Informationen

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