Tierschutz

Tierschutz ist ein öffentliches und staatspolitisches Anliegen, das auf ethischen Normen gründet. Was landwirtschaftliche Nutztiere zu ihrem Schutz an Umgebungsstrukturen und Reizen brauchen, ist hingegen nicht ethisch, sondern biologisch, d.h. vom Tier her, zu begründen: «Tiere sind so zu halten, dass ihre Körperfunktionen und ihr Verhalten nicht gestört werden und dass ihre Anpassungsfähigkeit nicht überfordert wird.» (Schweiz. Tierschutzverordnung, 1981). Das Ausmass von gewährtem Tierschutz ist immer Ausdruck eines Kompromisses zwischen Nutz- und Schutzinteressen.

Die rechtlichen Grundlagen

  • Tierschutzgesetz vom 16. Dezember 2005
  • Tierschutzverordnung vom 23. April 2008

Die Schweizer Tierschutzgesetzgebung wurde 2008 komplett revidiert.  Bei der Revision wurde dem Bestreben nach Straffung, Entschlackung und Stufengerechtheit sowie dem neuen Schwerpunkt auf Information und Ausbildung besonders Rechnung getragen. So dürfen Schlachttiere zum Beispiel nur vom Tierhalter selbst oder von ausgebildeten Personen transportiert werden. Dies ist neben den kurzen Transportwegen mit ein Grund, dass die Tiere möglichst stressfrei transportiert und geschlachtet werden können. Nebst der Gesetzgebung schafft der Bund aber auch über die selektive Ausrichtung von Direktzahlungen Anreize, den Ansprüchen von Nutztieren über das Minimum hinaus Rechnung zu tragen (z.B. BTS-Verordnung, 1998; RAUS-Verordnung, 1998).

Kurze Tiertransporte

Die Schweiz hat das strengste Tiertransportgesetz der Welt. Es sind nur kurze Transportzeiten erlaubt (maximale Fahrzeit sechs Stunden, maximale Transportdauer inkl. Fahrzeit acht Stunden) und Tiertransporte dürfen nur von Personen mit entsprechender Ausbildung durchgeführt werden. In der Schweiz sind die Transportzeiten eh kurz, da die Schlachthöfe gleichmässig auf die wichtigsten Tierproduktionsgebiete verteilt sind. Diese Gründe, das strenge Tierschutzgesetz sowie die unabhängige Fachgruppe für tierschutzkonforme Tiertransporte und Schlachthöfe TTS sorgen dafür, dass die Tiere möglichst stressfrei und tierschutzkonform geschlachtet werden können.

Strenge Regeln bei der Schlachtung und Verarbeitung

Aufbauend auf den strengen Gesetze und Verordnungen bezüglich Tierschutz, Tiergesundheit und Fleischhygiene ist in der Schweiz die Schlachtung so umfassend geregelt, wie kaum ein anderer Bereich der Lebensmittelproduktion. Bereits an den Bau und die Einrichtung des Schlachthofes werden hohe Anforderungen gestellt, ebenso an die Betäubung der Tiere. Die Übertragung von Seuchen und eine Verunreinigung des Fleisches müssen verhindert werden. Deshalb wird vorgeschrieben, welche Teile des Tieres wie zu untersuchen sind, vor allem bei den empfindlichen inneren Organen. Im Zweifelsfall werden sie chemisch oder mikrobiologisch untersucht.

Vor, während und nach der Schlachtung

Weil die Fleisch­hy­gie­ne im Stall be­ginnt, steht schon der Tier­hal­ter in der Pflicht. Die Tiere wer­den ge­sund und sau­ber zur Schlach­tung ge­bracht. Sie wer­den so ge­füt­tert und ge­pflegt, dass keine ge­fähr­li­chen Stof­fe ins Fleisch ge­lan­gen. Zudem sind sie von der Ge­burt bis zur Schlach­tung in der Tier­ver­kehrs­da­ten­bank re­gis­triert.

Auch die Ver­ar­bei­tung er­folgt nach fest­ge­leg­ten Qua­li­täts­stan­dards und wird lau­fend kon­trol­liert. Am Ende er­hal­ten die Kon­su­men­ten trans­pa­ren­te In­for­ma­tio­nen über Her­kunft, Zu­sam­men­set­zung, Nähr­wert, Auf­be­wah­rungs­be­din­gun­gen und Halt­bar­keit des Pro­duk­tes – bei Fleisch­pro­duk­ten zudem über die Her­kunft der Roh­stof­fe.

Schlachtviehverordnung

Die wich­tigs­ten In­stru­men­te, mit denen der Bund den Schlacht­vieh- und Fleisch­markt re­gelt, sind Mass­nah­men an der Gren­ze, Marktab­räu­mung sowie Ein­la­ge­rungs- und Ver­bil­li­gungs­ak­tio­nen. Der Bund ver­bes­sert damit die Markt­trans­pa­renz und un­ter­stützt den Markt.

Die rechtlichen Grundlagen:

  • Ar­ti­kel 46-51 des Land­wirt­schafts­ge­set­zes vom 29. April 1998
  • Agrar­ein­fuhr­ver­ord­nung vom 26. Oktober 2011
  • Ver­ord­nung über den Schlacht­vieh- und Fleisch­markt vom 26. No­vem­ber 2003

Einen Gross­teil der Auf­ga­ben nimmt der Bund nicht sel­ber wahr. Mit einem Leis­tungs­auf­trag – er wird pe­ri­odisch öf­fent­lich aus­ge­schrie­ben – sind diese Auf­ga­ben vom Bun­des­amt für Land­wirt­schaft (BLW) an Pro­vi­an­de, die Bran­chen­or­ga­ni­sa­ti­on der Schwei­zer Fleisch­wirt­schaft, über­tra­gen wor­den.

Links

Die neue TierschutzgesetzgebungPrimärproduktion, Fütterung und Tierhaltung